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Der sportliche Segelflug bei der LST Der sportliche Segelflug bei der LST |
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... gliedert sich in zwei große Sparten, den Streckensegelflug und den Segelkunstflug.
Der Streckensegelflug Der Streckensegelflug spielt in unserem Verein eine bedeutend zentralere Rolle. Dabei geht es darum, mit einem Segelflugzeug möglichst große Strecken zurückzulegen oder große Schnittgeschwindigkeiten zu erreichen. PrinzipUm eine bestimmte Strecke zurückzulegen, benötigt man zur Überwindung verschiedener Widerstände Energie. Während Autos oder Motorflugzeuge diese Energie in gespeicherter Form als Benzin mit sich führen, muss der motorlose Flug seine Energie in Form von Aufwinden gänzlich der Atmosphäre entlocken, den Start ausgenommen. Die Atmosphäre stellt dem Piloten drei große für den Streckenflug relevante Arten von Aufwinden: a) Thermik: Im Flachland, also auch am Flugplatz Jena und näherer Umgebung ist die Thermik meistens die einzige nutzbare Aufwindart. Die Luft heizt sich am Boden je nach Untergrundbeschaffenheit unterschiedlich auf. Wärmere Luftpakete lösen sich vom Boden ab und steigen auf. Dabei ziehen sie die umliegende Luft mit sich in die Höhe, so dass ein richtiger Aufwindschlauch entsteht, den der Segelflieger "Bart" nennt. In so einem Bart können Segelflieger kreisend Höhe und somit Energie gewinnen.b) Hangwind: Wenn ein Hang vom Wind nahezu senkrecht angeblasen wird, muss die bewegte Luft der Erhebung ausweichen. Bei Hängen, die in die Länge gezogen sind hat sie nur eine Möglichkeit auszuweichen, nämlich nach oben. In dieser Aufwärtsströmung ist es für ein Segelflugzeug möglich zu steigen. Für den Streckenflug lässt sich der Hangwind allerdings nur in großen Gebirgen, wie den Alpen nutzen, wo genügend ausgedehnte Hänge und Bodenfreiheit gegeben sind. Wenn nicht, dann bleibt der Segelflieger an einem einzigen Hang "kleben", was dann kein Streckenflug ist.c) Welle: Bewegte Luft wird über ein Hindernis gezwungen. Bei entsprechenden meteorologischen Voraussetzungen entsteht neben dem Hangwind am Luv hinter dem Hindernis (Lee) eine Welle, das heißt, die Luft wird durch das Hindernis in Schwingung versetzt. Steht dann im richtigen Abstand zum ersten Hindernis ein weiteres, ist es möglich, dass sich die Wellenauslenkung verstärkt (Resonanz). In den aufsteigenden Teilen einer solchen Leewelle kann der Segelflieger enorm an Höhe gewinnen und in bis zu 10000m vordringen. Warme Kleidung und Sauerstoff sind hier überlebenswichtig. Auch der Thüringerwald ist zu einer solchen Wellenbildung geeignet. Erst am am 21.01.2003 stellten Klaus Ohlmann (GER) und sein Co Pilot Karl Rabeder (AUT) Strecke mit einer Strecke von 3.000,8 km einen neuen Streckenweltrekord auf, indem sie die Wellensysteme der Anden in Argentinien nutzten.Für den Streckenflieger bedeutet Zeit immer auch Strecke. Deshalb gilt es, egal bei welcher Aufwindart immer optimal zu fliegen, d.h. zum Beispiel nur die stärksten Steiggebiete anzunehmen und die anderen nur im Durchflug zunutzen, so wenig Zeit wie möglich zum Finden der Aufwinde zu brauchen, den günstigsten Flugweg zu treffen. Bei einem Wettbewerb trifft der Pilot jede zweite Minute eine Entscheidung, die über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Ebenso gilt es zwischen den Aufwinden möglichst immer mit der besten Geschwindigkeit zu fliegen, die sich nach Aufwindstärke, Windkomponente und Flugzeugleistungen richtet. So muss durch Gebiete mit starkem Sinken schnell, durch Steiggebiete langsam geflogen werden. Die Wettbewerbe In Deutschland gibt es zwei unterschiedliche Wettbewerbskategorien.Die dezentralen Wettbewerbe (DmSt, OLC, OLC - Bundesliga) Hierbei geht es darum, möglichst große Strecken in einem Jahr zu fliegen. Für verschiedene Streckenlegungen gibt es unterschiedliche Punktzahlen, so wird zum Beispiel ein nahezu gleichschenkliges Dreieck höher bepunktet als ein Jojo zwischen zwei Wendepunkten. An diesen Wettbewerben nimmt nahezu jeder Pilot teil, der Strecken fliegt, egal mit welchem Leistungsstand. Es lässt sich sagen, die dezentralen Wettbewerbe sind der Breitensport des Segelflugs. Eine Besonderheit stellt dabei die OLC- Bundesliga dar. Bei dieser Form fliegen drei (oder mehr) Piloten eines Vereins darum, über 2,5 Stunden eine möglichst große Schnittgeschwindigkeit zu erreichen. Die drei Geschwindigkeiten werden nach jeder Runde (einem Wochenende) addiert, ergeben Rundenpunktzahlen, die aufaddiert am Ende eines Jahres zu einem „schnellstem Verein“ führen, der die Bundesliga gewinnt. Unsere Piloten nehmen an Der DmSt, dem OLC und der OLC-Bundesliga teil. Weitere und detailiertere Informationen findet man unter OLC 2006 Auswertung und DMST-OnlineDie zentralen Meisterschaften Zu einer zentralen Meisterschaft treffen sich Segelflieger aus verschiedenen Regionen für ein bis zwei Wochen an einem Flugplatz. Dann stellt die Wettbewerbsleitung eine dem Wetter angepasste Tagesaufgabe, die von jedem Piloten schnellstmöglich umrundet werden muss. Am Ende eines Wertungstages gibt es eine Tageswertung, die aus der erflogenen Schnittgeschwindigkeit oder Kilometeranzahl entsteht. Die Addition der Tagesergebnisse führt zu einer Gesamtwertung, die den Sieger des Wettbewerbes kürt. Neben reinen „Spaßwettbewerben“ gibt es auch offizielle Landes-, Deutsche-, Europa- und Weltmeisterschaften, die vom deutschen Sportbund und dem Bundesministerium des Inneren gefördert werden in der Junioren- und der Hauptkonkurrenz.Die Segelflugzeugklassen Um die Leistung der Piloten fair einzuschätzen, werden die Flugzeuge in Klassen eingeteilt, so dass nur Piloten gegeneinander antreten, die Flugzeuge mit ähnlicher Leistung steuern. Es wäre schließlich auch unfair einen Formel 1 wagen gegen einen Serienwagen um die Wette fahren zu lassen.Clubklasse In dieser Klasse fliegen alle Flugzeuge, die mit den restlichen Konkurrenzmodellen nicht mehr mithalten können, d.h. ältere Modelle, die nicht mehr gefertigt werden. Allerdings ist die Flugzeugentwicklung schon so vorangeschritten, dass selbst in dieser Klasse fast ausschließlich Kunststoffflugzeuge starten mit einer Gleitzahl selten schlechter als 1:35 (1km Höhenverlust für 35km Strecke). Mit Indexwertung.Standardklasse Die Standardklasse zählt wie die folgenden Klassen zu den FAI-Klassen, d.h. sie ist weltweit etabliert. In ihr fliegen Flugzeuge der neuen Generation bis 15m Spannweite und ohne Profil verändernde Klappen (z.B. Wölbklappen). Einziehfahrwerk und Wassertanks in den Flächen sind erlaubt.15m- und 18m-Klasse In der 15m-Klasse ist die Spannweite auf 15m beschränkt, jedoch sonst alles zugelassen, analog dazu die 18m-Klasse. Der Unterschied zwischen Standardklasse und 15m-Klasse liegt meist am veränderbaren Tragflügel und den daraus resultierenden Vorteilen. Neue 15m-Flugzeuge erreichen Gleitzahlen bis 1:48 (ASW 27). Bei 18m-Flugzeugen führen die 3m mehr Spannweite zu einem deutlichen Leistungssprung. Zudem lässt sich ein Wölbklappenflugzeug einem größeren Geschwindigkeitsbereich anpassen.Doppelsitzerklasse Die Doppelsitzer sind auf 20m beschränkt, sonst ist jedoch alles erlaubt.Offene Klasse Offene Klasse-Flugzeuge haben heute Spannweiten bis 30,9 m und sind aerodynamisch bestens ausgefeilt. Sie erreichen Gleitzahlen über 1:60, sind aber wegen der hohen Spannweite etwas schwierig in der Handhabung.Der Index Um auch innerhalb der Klassen für Gerechtigkeit zu sorgen, werden alle erflogenen Leistungen mit einem Index verrechnet, der den besonderen Qualitäten des jeweiligen Flugzeugs entspricht. Und im Ergebnis dazu führt, dass ein Vergleich der Pilotenleistung unabhängig des Flugzeug möglich wird.Der Segelkunstflug Der Kunstflug ist vom Prinzip her leicht zu verstehen. Es gilt innerhalb einer vorher festgelegten Box, einem abgesteckten Luftraum (meist ein Kubikkilometer), entweder ein Pflicht- oder Kürprogramm zu fliegen, um von einer am Boden sitzenden Jury bewertet zu werden. Kriterium ist die saubere Ausführung der Flugfiguren, wobei Referenzlinien (z.B. die Längsachse der Landebahn) eingehalten werden müssen. Der Segelkunstflug verlangt nach dem virtuosen Beherrschen des Fluggerätes, deshalb braucht man außer dem Flugschein noch eine extra Kunstflugberechtigung. Geflogen wird in zwei Klassen, der Einsteigerklasse und der Vollacroklasse. Während sich die Einsteiger auf einfachere Flugzeuge und damit auf einfachere Kunstflugfiguren, wie Loop, Rolle oder Turn, beschränken, lassen es die Profis der Vollacroklasse richtig krachen. Die Flugfiguren lassen sich mit Worten schlecht beschreiben. Der Pilot muss trotz wildester Lageänderungen und Beschleunigungen immer die Orientierung behalten. In modernen motorlosen Kunstflugzeugen werden Beschleunigungen bis zu 10g (1g= einfache Erdbeschleunigung) gemessen. Somit ist die physische Belastung beim Segelkunstflug außerordentlich hoch. In unserem Verein wird der Segelkunstflug nur am Rande und sehr wenig betrieben. |
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(c) Landessegelflugschule Thüringen 2000-2008, alle Rechte vorbehalten, keine unerlaubte Kopie; Weiterverlinkung erwünscht - Letzte Änderung: Wed May 27 21:30:19 2009 |
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